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Thursday, April 19, 2012

Get Outta Here!!!

Holy Crap!


Israel forces tourist to pledge to avoid pro-Palestinian activities as condition for entry


Saturday, December 24, 2011

Bethlehem - In Memoriam Christopher Hitchens


Uninteressant oder gar langweilig war Christopher Hitchens nie. Der Mann, der freiwillig die Waterboarding Foltermethode auf sich nahm, um aus erster Hand berichten zu können, verstarb am 15. Dezember. Vielen Lesern seines kurzweiligen Der Herr ist kein Hirte: Wie Religion die Welt vergiftet blieb seltsamerweise besonders diejenige Antwort in Erinnerung, die der überzeugte Atheist dem christlichen Radiomoderator Dennis Prager  auf die folgende Frage gab: "Ich solle mir vorstellen, ich befinde mich in einer mir fremden Stadt, und die Nacht breche herein. Ich sähe mehrere Männer auf mich zukommen. Würde ich mich sicherer fühlen oder weniger sicher, wenn ich wüsste, dass sie gerade aus einer Gebetsversammlung kämen?"
Passend zur Adventszeit sollen hier die sechs kurzen Stadteportraits zitiert werden, die Hitchens zum Besten gab, um die Frage wiederum "aus erster Hand" zu beantworten, wobei er sich nur auf die Städte mit Anfangsbuchstaben 'B' beschränkten wollte. Bethlehem darf hier am heutigen Tage natürlich nicht fehlen:


Christopher Hitchens (1949-2011)


"In Bethlehem, das gestehe ich Mr. Prager gern zu, würde ich mich an einem guten Tag in der Abenddämmerung vor der Geburtskirche durchaus sicher fühlen. In der unweit von Jerusalem gelegenen Stadt bekam Gott, so glauben es viele, in Zusammenarbeit mit einer unbefleckten Jungfrau einen Sohn. »Die Geburt Christi war aber also getan. Als Maria, seine Mutter, dem Joseph vertraut war, fand sich's, ehe er sie heimholte, dass sie schwanger war von dem heiligen Geist.« Ja, und der griechische Halbgott Perseus wurde geboren, nachdem Zeus die Jungfrau Danae in Gestalt eines Goldregens besucht und geschwängert hatte. Buddha kam durch eine Öffnung in der Hüfte seiner Mutter zur Welt. Der Aztekengott Huitzilopochtli wurde geboren, nachdem seine Mutter Coatlicue, »die mit dem Schlangenrock«, einen kleinen Daunenfederball aus dem Himmel empfangen hatte. Die Jungfrau Nana pflückte die Frucht eines Mandelbaums, der aus dem Blut des erschlagenen Urwesens Agdistis aufgegangen war, legte sie sich in den Schoß und gebar den Gott Attis. Die jungfräuliche Tochter eines Mongolenkönigs erwachte eines Nachts von einem grellen Licht, das sie umgab, und gebar den Dschingis Khan. Krishna wurde von der Jungfrau Devaki geboren, Horus von der Jungfrau Isis. Die Jungfrau Maia gebar Hermes, die Jungfrau Rhea Silvia Romulus. Aus irgendeinem Grund betrachten viele Religionen den Geburtskanal zwanghaft als Einbahnstraße, und sogar der Koran bringt der Jungfrau Maria Verehrung entgegen. Als die päpstliche Armee zu den Kreuzzügen ausrückte, um Bethlehem und Jerusalem zurückzuerobern, machte das allerdings keinen Unterschied: Die Truppen zerstörten nebenbei jüdische Gemeinden, plünderten unterwegs das ketzerische christliche Byzanz und richteten in den engen Gassen von Jerusalem ein Massaker an, von dem hysterische Chronisten hämisch berichteten, dass das Blut den Pferden bis zum Zaumzeug stand. Zwar droht stets neue Gefahr, doch diese Ausbrüche des Hasses, der Bigotterie und der Blutgier sind vorüber, und man kann sich mittlerweile relativ sicher fühlen auf und um den Krippenplatz. Dieser Platz bildet, wie der Namebereits andeutet, das Zentrum einer Touristenfalle, die mit ihrer Geschmacklosigkeit selbst Lourdes in den Schatten stellt. Als ich die erbärmliche Stadt zum ersten Mal besuchte, unterstand sie nominell der Kontrolle einer überwiegend christlich-palästinensischen Gemeindeverwaltung, die vor allem von der politischen Dynastie der Familie Freji beherrscht wurde. Bei jedem meiner nachfolgenden Besuche stand die Stadt gerade unter einer rigiden Ausgangssperre, die vom israelischen Militär verhängt worden war – dessen Präsenz an der West Bank wiederum in gewissem Zusammenhang steht mit dem Glauben an biblische Prophezeiungen, diesmal allerdings einem Versprechen, das ein anderer Gott einem anderen Volk gegeben hatte. Und hier kommt noch eine andere Religion ins Spiel. Die Streitkräfte der Hamas, die ganz Palästina als islamischen Waaf, also als ihr rechtmäßiges Land, fordern, haben bereits mit der Vertreibung der Christen aus Bethlehem begonnen. Ihr Führer Mahmud al-Sahar hat verkündet, dass alle Bewohner des Islamischen Staates Palästina dem muslimischen Gesetz unterstehen werden. In Bethlehem wird nun angeregt, Nichtmuslime der Jiziya zu unterwerfen, einer historischen Kopfsteuer, die im alten osmanischen Reich den Dhimmis oder Ungläubigen auferlegt wurde. Weibliche Verwaltungsangestellte dürften männliche Besucher nicht mehr mit Handschlag begrüßen. In Gaza wurde im April 2005 die junge Frau Jusra al-Asami erschossen, weil sie verbotenerweise unbeaufsichtigt mit ihrem Verlobten im Auto gesessen hatte. Der junge Mann kam mit einer Tracht Prügel davon. Die »Tugendpolizisten« der Hamas-Führung rechtfertigten den Mord an der Frau und die Misshandlung des Mannes mit »dem Verdacht auf unmoralisches Verhalten«. Im einst säkularen Palästina spionieren nun Banden sexuell frustrierter junger Männer geparkte Autos aus und haben die Erlaubnis, nach Gutdünken zu handeln. In New York hörte ich einmal eine Rede des mittlerweile verstorbenen Abba Eban. Der eloquente und bedachte israelische Diplomat sagte, am israelisch-palästinensischen Streit falle als Erstes ins Auge, wie leicht er zu lösen sei. Von dieser faszinierenden Feststellung ausgehend, führte er mit der Autorität des ehemaligen Außenministers und UN- Vertreters aus, es gehe ja um eine sehr einfache Sache: Zwei etwa gleich große Völker beanspruchten das gleiche Land. Die Lösung bestehe offensichtlich darin, zwei getrennte Staaten zu bilden. Das sei doch klar und müsse jedem einleuchten? Und genau das wäre auch schon Jahrzehnte zuvor geschehen, wenn man die messianischen Rabbis, Mullahs und Priester aus der Sache herausgehalten hätte. Doch jüdische und muslimische Geistliche hätten lautstark Exklusivansprüche auf eine gottgegebene Macht erhoben, und Christen in Endzeitstimmung hätten in Erwartung der Apokalypse – welcher der Tod oder die Bekehrung sämtlicher Juden vorausgehen sollte – die Diskussion weiterangeheizt. So sei eine unerträgliche Situation entstanden, und die gesamte Menschheit sei zur Geisel eines Konflikts geworden, in dem nun sogar ein Atomkrieg droht. Die Religion vergiftet alles. Sie gefährdet nicht nur die Zivilisation, sondern auch das Überleben der Menschheit."
Heyne, München, 2009, Kapitel 2, S. 30-42. 





Monday, December 12, 2011

Madman Gingrich on Palestinians: An Invented People of Terrorists





Can anyone see any logic in this? 


Thursday, September 1, 2011

Continuous State of War


"Israel does not see the missiles falling on communities along the border as a bad thing. On the contrary, they would be worried and even alarmed were it not for this fire [...] Israeli politicians are terrified of peace, they tremble with fear from the possibility of peace, because without war and without general mobilization they don't know how to live" Zygmunt Bauman



The Westbank Wall (from the Palestine Chronicle)

The Warsaw Ghetto Wall (from Wikipedia)

Tuesday, June 21, 2011

Für's Protokoll (For the Record)

„Die drei zentralen Ziele der USA definierte deren obersters militärisches Gremium, der Generalstab, in einem Memorandum 1978 folgendermaßen:
1. Den kontinuierlichen Zugang zu den Ölresourcen gewährleisten.
2. Eine feindliche Macht oder eine Kombination von Mächten von der Etablierung einer Hegemonie abhalten.
3. Das Überleben Israels als unabhängiger Staat in einer stabilen Beziehung mit den arabischen Nachbarn sicherstellen.
Diese Ziele gelten bis heute.“


Bierling, Stefan
[2010] Geschichte des Irakkriegs. Der Sturz Saddams und Amerikas Albtraum im Mittleren Osten. C.H. Beck, München, 2010.

Bierling zitiert aus Guardians of the Gulf: A History of America's Expanding Role in the Persion Gulf, 1833-1992 (p.102f)


"On September 7, 1978, the JCS approved „The Review of  US Strategy Related to the Middle East and the Persian Gulf“ and that same day forwarded it to Secretary of Defense Brown. This ducument highlighted three major American interests in the region.
1. To assure continuous access to petroleum resources.
2. To prevent an inimical power or combination of powers from establishing hegemony.
3. To assure the survival of Israel as an independent state in a stable relationship with contiguous Arab states."

Thursday, June 2, 2011

Maddening Chutzpah


Netanyahu's speech before the congress of the United States of America, May 20, 2011:
one of the remarkable paragraphs - in a show chock-full of remarkable paragraphs and fine print - was the following:

Courageous Arab protesters, are now struggling to secure these very same rights for their peoples, for their societies. We’re proud that over one million Arab citizens of Israel have been enjoying these rights for decades. Of the 300 million Arabs in the Middle East and North Africa, only Israel’s Arab citizens enjoy real democratic rights. I want you to stop for a second and think about that. Of those 300 million Arabs, less than one-half of one-percent are truly free, and they’re all citizens of Israel!

Apart from the reluctance of the Israeli Gouvernement towards the Egypt uprising,
apart from the real situation of the Israeli-Arab population in the apartheid state,
isn't it somehow very confusing that Netanyahu tells the congress that all the Arabs living in states which the democracy-spreading US usually call their „friends and allies“ are not enjoying „real democratic rights“, like Saudia Arabia, Kuweit, Algeria, Jordan, smaller gulf states or formerly Tunesia and Egypt? That amounts to the paraphrase: "Look folks, under our hegemony the Arabs are truly free since decades, under your hegemony they are not. Think about it for a minute! 
And those congress people applaude like crazy …





All in all, a spooky show at Capitol Hill. Uri Avnery, founder of the Gush Shalom movement, commented about the disgusting (Avnery) event:

"Es war schlimmer als im syrischen Parlament während einer Rede von Bashar Assad, wo jeder, der nicht applaudierte, sich im Gefängnis wiederfindet. Oder in Stalins Oberstem Sowjet: wenn man nicht genügend Respekt zeigte, konnte das den Tod bedeuten." (taken from zmag)
("It was worse than in Syrian parliament during a speech of Bashar Assad: everyone not applauding found himself thrown into jail. The same with Stalin's Supreme Soviet: you could be killed if you didn't show enough respect.") [translation by base2014]
Another Israeli, Gideon Levy for Haaretz: Netanyahu's speech to Congress shows America will buy anything

„the only truth spoken in the Capitol was that of a former Israeli shouting "equal rights for Palestinians"“ 


Listen to the other side: here are the comments by Mustafa Barghouti, secretary general of the Palestinian National Initiative in an interview on http://www.democracynow.org/




Tuesday, May 31, 2011

Chomsky On the Ongoing Arab Spring

"The U.S. and its allies will do anything they can to prevent authentic democracy in the Arab world. The reason is very simple. Across the region, an overwhelming majority of the population regards the United States as the main threat to their interests. In fact, opposition to U.S. policy is so high that a considerable majority think the region would be more secure if Iran had nuclear weapons. In Egypt, the most important country, that’s 80 percent. Similar figures elsewhere. There are some in the region who regard Iran as a threat—about 10 percent. Well, plainly, the U.S. and its allies are not going to want governments which are responsive to the will of the people. If that happens, not only will the U.S. not control the region, but it will be thrown out. So that’s obviously an intolerable result." Noam Chomsky in an interview for democracynow.org

The numbers mentioned by Chomsky may seem overdone at first sight, especially the 80% figure. But if you take a look at the annual survey performed by the Brookings Institute (http://www.brookings.edu), it becomes clear that he could have cited from this poll.


click here to download the whole 2010 Arab Public Opinion Poll in pdf format

Nevertheless, this 80% Egypts allegedly believing that the region would be better off if Iran possessed nuclear weapons cannot stem from this survey. According to the 2010 Brookings Poll, 35% of the interviewed answered that they believe Iran to conduct a nuclear program only for peaceful purposes, while 57% said it would be for developing nuclear weapons. The survey proceeds with the following results concerning each of these two subgroups:

click here to download the whole 2010 Arab Public Opinion Poll in pdf format


click here to download the whole 2010 Arab Public Opinion Poll in pdf format

So, if we add up finally there are 39.33% (peaceful) and 31.15 (weapons) = 70.48% of the interviewed saying that the Middle-East would be better off if Iran would have nuclear weapons. Not so much difference to Chomsky.

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"Die USA und deren Verbündete werden alles tun, um echte Demokratie in der arabischen Welt zu verhindern. Der Grund ist simpel: Überall in der Region glaubt die Mehrheit der Bevölkerung, dass die USA die größte Bedrohung für ihre Interessen sind. Die Opposition gegen die US-Politik ist so enorm, dass eine beträchtliche Mehrheit sogar der Meinung ist, die Region wäre sicherer, wenn der Iran im Besitz von Atomwaffen wäre. Im wichtigsten Land - Ägypten - glauben dies 80 Prozent. In anderen Ländern finden sich ähnliche Zahlen. Nur Wenige in der Region sehen im Iran eine Bedrohung - rund 10 Prozent. Es ist offensichtlich, dass die USA und deren Verbündete keine Regierungen wollen, die auf den Willen des Volkes hören, denn falls dies eintritt, werden die USA nicht nur die Kontrolle über diese Region verlieren sondern auch hinausbefördert werden. Natürlich wäre ein solches Resultat für sie intolerabel." [translation into German by Andrea Noll --> das ganze Interview hier]