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Thursday, November 1, 2012

Danke für das billige Dope, NATO!




"Zehn [chinesische] Arbeiter wurden meuchlings von anonymen Tätern ermordet. Es handelte sich dabei nicht um einen politisch motivierten Anschlag. Die Chinesen hatten eine Grundregel des afghanischen Spiels mißachtet. Als nämlich der lokale Warlord ihnen - gegen gute Besoldung natürlich - den bewaffneten Schutz seiner Stammeskrieger anbot, hatten die Ingenieure aus der Volksrepublik das leichtfertig abgelehnt. Aber am Hindukusch ist es nun einmal nicht üblich, daß Ausländer solche Offerten ausschlagen und sich weigern, die angeforderte Summe für die wackeren Wächter zu zahlen. Diesen Verstoß gegen die Regeln hatten die Chinesen mit zehn Toten bezahlt und sich seitdem den strengen Überlebensgeboten dieser Region angepaßt. Schließlich verhalten sich die internationalen Kampfeinheiten von "Enduring Freedom" und ISAF ähnlich, wenn sie die sich ständig steigernde Produktion von Opium und Heroin im Umkreis ihrer Stellungen dulden, um sich nicht den Zorn der Nutznießer dieses Geschäfts, der örtlichen Stammesfürsten und Bandenchefs zuzuziehen. Nur unter dieser Bedingung sind ja die meisten NATO-Positionen abzusichern." Peter Scholl-Latour [2008], S. 202.

Als ich kürzlich im Keller eines der vielen Amsterdamer Coffee-Shops der ganzen Palette an Dope und Weed ansichtig wurde, fand ich heraus, daß der Afghane weitaus der Günstigste war. "Der CIA überschwemmt die Welt mit billigem Stoff" hatte ich mir gedacht ...  Nur zu gut, daß "Deutschland am Hinduskusch verteidigt wird" ... 

Besonders Russland leidet an der Heroinschwemme: an die 50 Tonnen (!) sollen jährlich an die alten Feinde Afghanistans geliefert worden sein. Russland verlangte daraufhin von der NATO mehr Härte bei Drogenbekämpfung, doch diese lehnte ab, mit der Begründung, die lokalen Bauern müßten doch Geld verdienen ...




Sunday, July 3, 2011

Der "deutsche Blick" ging nach Amerika (The "German Glance" came to America)

"Wer heute die Ära Bush als eine Phase finsterer Spionitis und bedrohlicher Einschränkung bürgerlicher Freiheiten kritisiert, der hat keine Ahnung von dem bleiernen Klima der Verdächtigung und Verleumdung, das sich im Zeichen des McCarthyismus auf Amerika gelegt hatte. Zu jener Zeit verließ Thomas Mann fluchtartig die Neue Welt, um sich in die Schweiz zurückzuziehen. Viele jüdische Intellektuelle wurden der Neigung zum Marxismus-Leninismus bezichtigt. Es kam in New York zu zahlreichen Selbstmorden inkriminierter "Liberaler", ein Wort, das - wie heute gelegentlich wieder - einen negativen Beigeschmack erhielt. Bei meinen Treffen mit unkonventionellen Kollegen in Bars oder Restaurants drehten sie sich immer wieder vorsichtig um. Sie überprüften, wer wohl am Nachbartisch zuhören könnte. Im Dritten Reich hatte man das den "deutschen Blick" genannt. Die Schnüffler des FBI waren oft an Kleidung und Statur zu erkennen."
Scholl-Latour, Peter: Koloss auf tönernen Füßen. Ullstein, 4. Auflage, Berlin 2007, S.166.


"Everybody criticizing today the Bush era as a time of sinister spionitis* and threatening restriction of citizen rights has no idea of the depressing atmosphere of suspicion and defamation in America under the banner of McCarthyism. At that time, Thomas Mann skipped the New World to back down in Switzerland. Many Jewish intellectuals had been accused of a tendency towards Marxism-Leninism. In New York, there was a considerable number of suicides of incriminated "liberals" - a word then receiving a negative flavor - like sometimes these days. When I met my unconventional friends in bars or restaurants, they used to turn around and look back cautiously. They were checking who at the next table would listen. In the Third Reich we called it the "German glance". One could detect the FBI snoopers in their clothing and build." [translation by base2014]

*Spionitis (German): the excessive (mutual) monitoring of citizens (and visitors) by citizens evoked by governmental fearmongering concerning an invisible enemy.


You might be under observation! (Hitler, Magda and Joseph Goebbels)



Sunday, February 20, 2011

Strange Déjà-Vu


Man braucht über kein außerordentliches Maß an Empathie zu verfügen, um sich vorstellen zu können, daß die Frage "Glaubst du an Gott" bei manchen Menschen einen unmittelbaren Fluchtinstinkt auslöst.



"Wie hatte mir ein illusionsloser jüdischer Emigrant, der dem Dritten Reich entkommen war, in New York versichert: "Im deutschen Reich trugen die Soldaten den Spruch "Gott mit uns" auf dem Koppel ihrer Uniform. In Amerika findet man die nationale Devise "In God we trust" auf der Rückseite der Dollarnoten."Peter Scholl-Latour [2008], p.80, Houston, Mai 2007



Gürtelschnalle (Koppel) der Uniform der Deutschen Wehrmacht

Und wie fühlte sich wohl derselbe Immigrant bei näherer Betrachtung eines US-Sturmgewehres, das im Irak und Afghanistan zum Einsatz kommt, und Bibelverse eingraviert hat?

JN 8:12 = Johannes 8, 12 auf dem Zielfernrohr, hergestellt von der Firma Trijicon 


"Ich bin das Licht der Welt! 
Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln 
in der Finsternis!"  (Johannes 8:12)

Wie sinnig!

Thursday, January 27, 2011

Deutsche Gotteslästerung/German Blasphemy


Imperialer Abgesang

"Unser Schicksal heißt Amerika. Deshalb ist die Mutmaßung darüber, ob die USA den Höhepunkt ihrer Weltgeltung überschritten haben und nunmehr den unerbittlichen Gesetzen von "decline and fall" ausgeliefert sind, keine unziemliche Dreistigkeit. In den Medien der Vereinigten Staaten, mehr noch in den dort erscheinenden wissenschaftlichen Veröffentlichungen, wird diese Frage längst leidenschaftlich diskutiert. In Deutschland hingegen klingt sie bei den meisten Politikern und Publizisten wie Gotteslästerung."
Peter Scholl-Latour [2008], Washington, April 2007

Imperial Farewell
"The name of our fate is America. That is why the conjecture about the USA having topped out their international standing and as of now being subjected to the merciless law of decline and fall is no unfitting impertinence. By now, this question is passionately discussed in the media of the United States and even more in scientific publications there. However, for most of the politicians and commentators in Germany this conjecture sounds like blasphemy." [translation by base2014]
Peter Scholl-Latour [2008], Washington, April 2007