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Sunday, December 25, 2011

"We've Got All Sorts of Dark Arts"


One of this year's finest contributions of real journalism: When reporters from the Bureau of Investigative Journalism (a sister paper of The Independent) posed as agents for the government of Uzbekistan – a notorious dictatorship allegedly responsible for killings, human rights violations and child labour – they caught on camara what the guys of PR agency Bell Pottinger Group plc told about their dark arts, e.g.


  • exploiting their contacts to highest governmental officials to get into dialogue with foreign politicians;
  • manipulating Google results to "drown" out negative coverage;
  • using members of parliament known to be critical of investigative programs to attack their reporting for minor errors ...

An interesting development of monitoring the British lobbying machine followed since then, including revelations on the PR firm manipulating Wikipedia entries, now under investigation by Wikipedia's own staff.

Not much coverage in German speaking media on that, except "PR-Agentur brüstet sich mit Manipulation von Wikipedia und Google".

Probably the easiest way of manipulation politics in European countries is via EU staff and law makers, as the example of Ernst Strasser, ex-Federal Minister for the Interior of both conservative Schüssel-governments in Austria - has spectacularly shown:


Ernst Strasser taped red-handed



Best of Strasser



Strasser/EU-Lobbyism Persiflage



Wednesday, May 25, 2011

Warum noch mehr arbeiten, Frau Merkel? Warum nicht weniger?

Nachdem sich die erste deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel letzte Woche über die vermeintliche Faulheit der Südeuropäer mokiert hatte, fielen die Massenmedien über die unbedarfte „christliche“ Politikerin gnadenlos her: wahrscheinlich nicht zu unrecht. Die DPA-Zitate, die herumgereicht wurden, kann man etwa hier nachlesen → Spiegel: Merkel attackiert urlaubsfreudige Südeuropäer.


Der Wahrheitsgehalt ihrer Äußerungen über verfrühtes Rentenalter, Urlaubsfreude und Arbeitszeiten von Griechen, Spaniern und Portugiesen im Vergleich zu den fleißigen Deutschen wurden von verschiedenen Seiten zumindest relativiert oder ad absurdum geführt. Die Wirklichkeit - abseits gesetzlicher Regelungen - sieht etwa die französischen Nachbarn Deutschlands an der Spitze, was die Länge des Lebensabends betrifft. Und nach einer OECD Studie verhalten sich Deutsche und Griechen hinsichtlich der Lebensarbeitszeit überraschend ähnlich:

„Ein Vergleich von Deutschland und Griechenland fördert Erstaunliches zu Tage: Das gesetzliche deutsche Rentenalter liegt mit 65 Jahren zwar sieben Jahre höher als in Griechenland. Die deutschen Männer arbeiten mit 62,1 Jahren allerdings genau gleich lang wie ihre griechischen Pendants. Auch der verbleibende Lebensabend ist mit 19,8 Jahren genau gleich lang.“ (siehe NZZ Online Bericht mit OECD Daten: Franzosen haben den längsten Lebensabend)

An dieser Stelle sollten zwei Anmerkungen zu „Lobby-Merkel“ - wie sie von ihren Landsleuten oft liebevoll genannt wird – angefügt werden, die bei dieser Diskussion leider völlig untergegangen sind:

1) die wirtschaftlichen Probleme einiger südeuropäischer EU-Lander, besonders aber Griechenlands, sind vor allem auf die jahrzehntelange politische Korruption zurückzuführen (bei der freilich die Bevölkerung zum großen Teil mitzog). Die politische Kaste Griechenlands ist korrupt bis in die Haarspitzen und der Preis dafür wird nun auf die gesamte Bevölkerung abgewälzt (wie immer, wenn der IWF das Ruder übernimmt). Sie können das nicht glauben? Fragen Sie mal ein paar Griechen!

2) Welcher Zusammenhang besteht eigentlich zwischen der einheitlichen Währung einer Union von Ländern (bzw. eines Wirtschaftsraumes mit einigen Gesetzen, die für alle gelten) und der Anzahl der Arbeitsstunden der Bürger (bis zum Pensionseintritt)? Impliziert eine gemeinsame Währung zwangsweise die Angleichung der Arbeitszeiten? Der Effektivität der Wirtschaft? Natürlich nicht. Dies ist weder eine Tatsache, noch kann es eine Norm sein. Wenn es Merkel tatsächlich um eine „gerechte“ oder „notwendige“ Angleichung von Arbeitszeiten in verschiedenen EU-Ländern gegangen wäre, dann war ihre Antwort falsch. Nicht irgendwer sollte mehr arbeiten müssen, sondern alle weniger. Wir produzieren ohnehin zuviel.